Excerpt Chapter One: Once a nomad, always a nomad / Leseprobe Kapitel 1: Einmal Nomadin, immer Nomadin.

27 May

Einmal Nomadin, immer Nomadin

Ich hatte Wien, das schon beinahe zu meiner neuen Heimat geworden war, nach langen Überlegungen im Jahr 2006 verlassen, um nach Südafrika zu ziehen. Ich wollte so gerne zurück nach Afrika und hatte gehofft, in Kapstadt eine neue Heimat finden zu können. Allerdings war dieses Vorhaben nicht ganz so verlaufen, wie ich es mit vorgestellt hatte. Ich ärgerte mich zwar häufig über die Bürokratie und die pingeligen Behörden in Europa und behauptete gerne, in Afrika sehe man das alles entspannter, aber bei meiner Einreise nach Südafrika erfuhr ich das Gegenteil. Hier hatte ich nicht nur mit Bürokraten, sondern zusätzlich auch noch mit der überall herrschenden Korruption zu kämpfen.

So ist das nun mal: Wenn man in Afrika etwas will, und zwar egal was, muss man irgendjemanden bestechen.

Als ich vor Jahren zum ersten mal nach Somalia zurückkehrtem um mich auf die Suche nach meiner Mutter zu machen, wurde mir dies mit aller Deutlichkeit bewusst. Von dem Moment an, als ich aus dem Flugzeug stieg, musste ich Menschen schmieren und bestechen, egal ob ich Informationen brauchte oder einfach nur unversehrt den Flughafen verlassen wollte. Ich reiste damals mit meinem Bruder Mohammed nach Somalia. Die Maschine, mit der wir nach Mogadischu flogen, hatte die Bezeichnung Flugzeug eigentlich gar nicht verdient, denn wir teilten und den Laderaum mit Ziegen und Schafen. Am Flughafen in Somalia stand dann plötzlich ein großer Mann mit einem Maschinengewehr vor uns.

Wir müssen ihm Geld geben, flüsterte mein Bruder. Ich sah mich um. Überall standen Bewaffnete herum und verbreiteten mit ihren großen Gewehren Angst und Schrecken unter den ankommenden Passagieren. Zwar trugen sie die Phantasieuniformen irgendeiner Rebellengruppe, sahen aber aus als würden sie ihre “Aufgabe” durchaus ernst nehmen.

Geld? Wofür denn? Ist der Typ vielleicht die Einreisebehörde? fragte ich trotzig.

Sie werden uns die Pässe wegnehmen, prophezeite mein Bruder besorgt.

Das wollen wir doch mal sehen, sagte ich kampflustig und wandte mich an den Hünen vor uns. Entschuldigung, können Sie mir vielleicht eine Taxi besorgen?


Once a nomad, always a nomad

I had left Vienna, which had almost become my home, after much contemplation in 2006 to move to South Africa. I wanted to return to Africa so badly and had hoped to find a new home in Capetown. But this endeavour did not go as well as well as I had hoped. I often complain about the bureaucracy and the fussy officials in Europe and claim that everything is so much more relaxed in Africa, but during my first journey to South Africa I was already disabused. In Africa, you have to deal not only with bureaucracy, but also with the widespread corruption.

It’s a fact: whatever it is that you want in Africa, you will have to bribe someone. When I came back to Somalia for the first time since my escape about ten years ago to search for my mother, this became very clear to me. From the moment I got off the plane in Mogadishu I had to bribe people, whether it was for information or if I just wanted to leave the airport without bigger trouble.

The plane that brought me and my brother Mohammed to Mogadishu did not really deserve to be called a plane. We shared the trunk of the aircraft with goats and sheep. In Mogadishu, we were welcomed by a tall, broad man with a machine gun.

We have to give him money, my brother whispered. I looked around. Everywhere, big man with big guns were scaring and harassing the passengers. They were wearing fantasy uniforms of one of the countless rebel groups that control the country, but they did give the impression that they took their task very seriously.

Money? For what? I asked defiantly.

They will take away our passports if we don’t pay, my brother warned me.

Well, we will see, I said, ready to pick a fight and turned to one of the me.

Excuse me, mister, could you call us a taxi please?

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