Archive | August, 2010

Nigerian Senator opposes FGM / Nigerianische Senatorin spricht sich gegen FGM aus

31 Aug

Nigeria – Senator and former Health Commissioner Iyabo Obasanjo Bello has spoken out against the practice of female genital mutilation (FGM) during a national seminar on “Women’s Empowerment, Domestic Violence and Female Circumcision” in Abuja, Nigeria last week.

Obasanjo Bello referred to the practice as “outdated and unnecessary” and pointed out that the reasons for which FGM is performed, such as “preventing promiscuity, for genital cleanliness, to safeguard virginity as well as for curing illnesses” were “illogical”.

Not only is FGM based on false beliefs, Obasanjo Bello argued, it also contributes to the spread of HIV, being performed with non-sterile instruments on whole groups of girls.

FGM is especially widespread in southern Nigeria, where up to 60 percent of the women are affected by FGM according to the World Health Organisation.

The Senator demanded that “Preventing FGM through education and enlightenment must become part of primary healthcare delivery” in Nigeria.

Source: All Africa

Die Nigerianische Senatorin und frühere Gesundheitskommissarin Iyabo Obasanjo Bello hat sich im Rahmen eines Seminars zu Frauenrechten, häuslicher Gewalt und weiblicher Genitalverstümmelung in Abuja, Nigeria gegen diese Praxis ausgesprochen.

Sie bezeichnete FGM als „überholt und unnötig“ und die Rechtfertigungen derer, die FGM durchführen (wie die Vorbeugung von Promiskuität, aus Gründen der Reinlichkeit, um die Jungfräulichkeit sicherzustellen oder sogar um Krankheiten zu heilen) als „unlogisch“.

Außerdem, so die Senatorin, trage weibliche Genitalverstümmelung zu der Verbreitung von HIV und Aids in Nigeria bei, da die Operation normalerweise mit nicht sterilen Instrumenten und oft an ganzen Gruppen von Mädchen vorgenommen werde.

FGM ist vor allem im Süden Nigerias weit verbreitet. Dort sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 60 Prozent der Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.

Obasanjo Bello forderte, dass sie Vorbeugung von FGM durch Bildung und Aufklärung ein Teil der grundsätzlichen Gesundheitsversorgung in Nigeria werden müsse.

Quelle: All Africa

Human rights activist addresses sexual rights in Indonesia / Menschenrechtsaktivistin fordert Dialog über Sexualität in Indonesien

30 Aug

Former member of the Indonesian Parliament Nursyahbani Katjasungkana has started an initiative to enable a dialogue on sexual rights in her home country Indonesia, were sex and sexuality remains a taboo in the public domain.

Katjasungkana want to promote a movement on sexual rights in Indonesia, arguing that “Sexuality is not only about having sex. It controls human’s behaviours when they interact with each other. […] The control over women’s bodies in a patriarchal society also stems from a fear of women’s sexuality.”

Nursyahbani Katjasungkana was genitally mutilated as a baby and had her own daughter mutilated at the age of six months. “The first time I saw clearly how female sexuality was oppressed was in the case of my own daughter”, she says and admits she deeply regrets agreeing to have her daughter mutilated.

“The Waris Dirie Foundation has repeatedly received reports by doctors from Indonesia, informing us that female genital mutilation is very widespread in Indonesia, the biggest Muslim country in the world.
Nursyahbani Katjasungkana makes a very important point in highlighting that FGM is part of a system that degrades and oppressed women out of an unwarranted fear of female sexuality. It is very important to address sexuality and the fears related to it openly in order to overcome harmful practices such as FGM and the suppression of women within a society!” – Waris Dirie

Source: The Jakarta Post

Nursyahbani Katjasungkana, früheres Mitglied des Parlaments und Menschenrechtsaktivistin hat eine Initiative ins Leben gerufen, die einen Dialog über Sexualität, Menschen- und Frauenrechte in Indonesien ermöglichen soll. Sex und Sexualität sind in der indonesischen Öffentlichkeit noch immer ein absolutes Tabuthema.

Dies muss sich dringend ändern, so Katjasungkana, denn „bei einer Diskussion über Sexualität geht es nicht nur um Sex. Sexualität hat einen großen Einfluss darauf, wie Menschen miteinander umgehen. Der Versuch, Frauen zu kontrollieren und zu unterdrücken hat seinen Ursprung in der Angst vor der weiblichen Sexualität“.

Nursyahbani Katjasungkana wurde als Baby genitalverstümmelt und ließ auch ihre eigene Tochter im Alter von sechs Monaten in einem Krankenhaus verstümmeln. „Das erste Mal das mir die Unterdrückung der weiblichen Sexualität bewusst wurde, war bei der Verstümmelung meiner eigenen Tochter“, erinnert sich Katjasungkana, die es heute tief bereut der Beschneidung ihrer Tochter zugestimmt zu haben.

„Die Waris Dirie Foundation erhält regelmäßig Nachrichten von indonesischen Ärzten, die berichteten, wie weit weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien, dem größten muslimischen Land der Welt, verbreitet ist. Nursyahbani Katjasungkana hat eine sehr wichtige Botschaft: weibliche Genitalverstümmelung ist Teil eines Systems, das Frauen unterdrückt und abwertet, basierend auf einer unbegründeten Angst vor weiblicher Sexualität. Es ist sehr wichtig, offen über Sexualität und über solche Ängste zu sprechen um Praktiken wie FGM und die Unterdrückung von Frauen in einer Gesellschaft überwinden zu können.“ – Waris Dirie

Quelle: The Jakarta Post

National Geographic to release Desert Flower in the US / Wüstenblume kommt in die amerikanischen Kinos

30 Aug

The US distributor National Geographic Cinema Ventures has acquired the rights to the movie “Desert Flower“. Lisa Truitt, president of National Geographic Cinema Ventures:

“We are very excited to release Desert Flower. We want to present compelling stories about the world in which we live, and the saga of this beautiful woman, Waris Dirie, and her amazing ability to triumph over adversity is an inspiration for audiences everywhere.”

The movie was first released in Germany, Austria and Switzerland in 2009 and has since been released in France, Spain, the Netherlands and Belgium, Denmark, Finland, Poland, the Czech Republic, Brazil, Australia, Ethiopia and South Korea, among others.

National Geographic organises a screening of the movie, which is due to be released in the US in early 2011, on September 30th 2010 in Washington DC. More details here.

Der amerikanische Filmverleih National Geographic Cinema Ventures hat die Rechte an dem Film „Wüstenblume“ für den amerikanischen Markt erworben.

„Wir freuen uns sehr, Wüstenblume in die amerikanischen Kinos zu bringen. Wir möchten mistreißende Geschichten über die Welt in der wir leben präsentieren, und die Geschichte dieser wunderschönen Frau, Waris Dirie, und ihre Fähigkeit sich gegen alle Widerstände durchzusetzen ist eine Inspiration für Zuschauer überall auf der Welt“, sagt Lisa Truitt, Präsidentin des Filmverleihs.

Der Film „Wüstenblume“ ist Ende 2009 in die deutschen, österreichischen und schweizerischen Kinos gekommen und seitdem in zahlreichen weiteren Ländern erschienen, darunter Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Finnland, Polen, die Tschechische Republik, Brasilien, Australien, Äthiopien und Südkorea.

In den USA wird „Wüstenblume“ voraussichtlich Anfang 2011 erscheinen. Zuvor organisiert National Geographic am 30. September 2010 ein Screening in Washington, mehr Informationen dazu hier.

Interview with Indian newspaper The Sentinel / Interview mit der indischen Zeitung The Sentinel

27 Aug

My dear friends! Below are the scans of an interview I did with the Indian newspaper “The Sentinel”.
LOVE, Waris

Meine lieben Freunde, hier die Scans eines Interviews von mir mit der indischen Zeitung “The Sentinel”.
LOVE, Waris

Russia Today report on FGM in the UK / Reportage über FGM in Großbritannien

26 Aug

I am very happy that the contact I established between the journalists of Russia Today and my great supporter Jay Kamara resulted in a great TV report on FGM in the UK.

In this report by the UK-based TV station Russia Today, Jay Kamara, who was born in the UK and taken to Sierra Leone at the age of 15 to  undergo FGM talks about her experience of the procedure:

“I was laid down on the floor, lots of hands, lots of celebration cheers, etc… And then my mouth was covered and my legs were spread, and I felt pain… I think that the pain itself will never, ever leave me,” Jay Kamara says. “I can understand how people feel when they lose an arm or a leg, when they have that phantom kind of pain, all the time, and that’s the kind of pain that I personally have to live with on a day-to-day basis… Some people say it’s really quick, but for me, it felt like it was being sawn.”

Although the practice of female genital mutilation is illegal in the UK, thousands are considered to be at risk annually – and no one has ever been convicted of the crime.

You can watch the entire report, including an interview with Jay here.

Ich bin glücklich, dass der Kontakt, den ich zwischen den Journalisten von Russia Today und meiner Unterstützerin Jay Kamara in England hergestellt habe zu diesem tollen Bericht über FGM in Großbritannien geführt hat.

In dem Bericht des englischsprachigen TV Senders Russia Today spricht Jay Kamara, die in England geboren und mit 15 Jahren nach Sierra Leone gebracht und dort genital verstümmelt wurde über ihre Erfahrung.

“Ich wurde auf den Boden gelegt, überall waren Hände, alle gratulierten mir…und dann hielt man mir den Mund zu und spreizte meine Beine, und ich spürte einen Schmerz…ich glaube dieser Schmerz wird mich nie mehr verlassen. I kann verstehen, wie sich Menschen fühlen, denen ein Arm oder Bein amputiert wird, dass sie einen ständigen Phantomschmerz spüren. Mit dieser Art von Schmerz muss ich jeden Tag leben. Für manche Frauen geht es ganz schnell, aber bei mir fühlte es sich an wie eine Säge.”

Ihr könnt den gesamten Bericht und das Interview mit Jay hier ansehen (auf Englisch)

More pictures from Ethiopia / Noch mehr Fotos aus Äthiopien

26 Aug

My dear friends,

since you all seemed to like the photos from Ethiopia I posted last week, I am posting some more. Enjoy!

LOVE, Waris

Italian Foreign Minister Frattini reacts to FGM related death in Egypt / Italienischer Außenminister reagiert auf FGM Todesfall in Ägypten

25 Aug

Rome – As a reaction to the death of a 13-year old girl in Egypt following her mutilation, Italian foreign minister Frattini has spoken out in favour of a UN Resolution banning female genital mutilation.

“The news of the tragic death of the Egyptian girl who was a victim of female genital mutilation […] can but drive us to multiplythe Italian Government’s efforts in gathering the consensus of a growing number of states. The aim is to promote the adoption of a resolution against female genital mutilation at the United Nations General Assembly”, Frattini said.

Rom – Der italienische Außenminister Franco Frattini hat auf den Todesfall eines 13-jährigen Mädchens in Ägypten reagiert, die in Folge ihrer Genitalverstümmelung verstorben war. Frattini äußerte sich daraufhin zu einer geplanten UN Resolution gegen weibliche Genitalverstümmelung.

“Die tragische Nachricht über den Tod eines ägyptischen Mädchens kann die Italienische Regierung nur in ihren Bemühungen bestärken, einen breiten Konsens einer wachsenden Anzahl von starten zu erreichen. Ziel ist es, für eine Resolution der UN Vollversammlung zu werben, die weibliche Genitalverstümmelung verbietet.”, sagte Frattini.

Doctor faces trial after deadly mutilation in Egypt / Ärztin nach dem Tod eines 13-jährigen Bescheidungsopfers angeklagt

23 Aug

Cairo: Following the death of a 13-year-old girl as a result of undergoing female genital mutilation the Public Prosecutor referred a physician to the criminal court in the Menufiya region.

The parents of the girl had secretly buried their daughter’s body to avoid prosecution after the girl had died in the aftermath of her mutilation. According to the Cairo-based newspaper “Al Shurouq”, the case was reported to the Ministry of Family and Population by another doctor. The Ministry then referred the case to the Public Prosecutor.

Female Genital Mutilation has been illegal in Egypt since 2008. The Egyptian “Child Law” imposes a jail sentence on those who perform the procedure, as well as on the victim’s parents, of up to two years. In case of death of the victim, the person who has performed the procedure may additionally be charged with manslaughter.

According to a 2005 government report, 90 % of the women in Egypt have been genitally mutilated as children, and authorities find it very difficult to eradicate the practice.

Source

Kairo: Nach der tödlichen Beschneidung einer 13-Jährigen wurde eine ägyptische Ärztin festgenommen und soll nun vor Gericht gestellt werden.

Ein 13-jähriges Mädchen aus der Region Menufiya war in Folge ihrer Verstümmelung durch die Ärztin verblutet. Die Eltern des Mädchens hatten sie daraufhin heimlich beerdigt, um den Todesfall zu vertuschen.

Laut der Kairoer Tageszeitung “Al Shurouq” wurde der Fall durch eine andere Ärztin dem Familienministerium gemeldet, das daraufhin die Staatsanwaltschaft einschaltete.

In Ägypten ist FGM seit 2008 verboten. Das Gesetz sieht Gefängnisstrafen von bis zu 2 Jahren für die Durchführung einer Verstümmelung vor. Im Falle des Todes des Opfers kann die Person, die die Verstümmelung durchgeführt hat, jedoch auch wegen Todschlags verurteilt werden.

Ein Regierungsbericht von 2005 besagt, dass 90 % der Frauen in Ägypten genital verstümmelt sind. Trotz des gesetzlichen Verbots ist es sehr schwer, die Praxis auszurotten.

Quelle

Maternal mortality remains high in East Africa / Noch immer hohe Müttersterblichkeit in Ostafrika

20 Aug

According to a report by IRIN, the countries of East Africa have one of the world’s worst maternal mortality statistics: according to UNICEF, one in 27 women in East Africa die during childbirth, compared to a rate of one in 8.000 women in industrialised countries. The 2005 Ethiopian Demographic and Health Survey states that for every 100.000 births in Ethiopia, 673 women die.

These numbers are generally blamed on the limited access to both effective contraception and qualified medical care during pregnancy and delivery. Only six percent of all births in Ethiopia take place in the presence of a nurse of doctor.

Yet, there is another important aspect that contributes to the high rate of deaths during childbirth. As this article points out, female genital mutilation is an important factor in increasing the likelihood of complications during childbirth.

The IRIN report quotes a 26-year-old mother of six who delivered her last baby in a hospital due to repeated complications and after suffering from fistula after a previous birth:

” ‘It is the cut that is making me suffer up to now’, a mother of six said, referring to female genital mutilation, a common practice that increases the risk of complications during childbirth.”

Source: IRIN

Ostafrikanische Länder haben laut einem aktuellen IRIN Bericht eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Laut UNICEF stirbt in Ostafrika durchschnittlich eine von 27 Frauen bei der Geburt. Zum Vergleich: in industrialisierten Ländern ist es eine von 8000 Frauen. Eine Erhebung aus Äthiopien aus dem Jahr 2005 gibt an, dass bei 100.000 Geburten in Äthiopien durchschnittlich 673 Mütter sterben.

Diese Zahlen werden in der Regel auf den mangelnden Zugang zu effektiven Verhütungsmethoden und qualifizierter medizinischer Betreuung während der Schwangerschaft und bei der Geburt zurückgeführt. In Äthiopien finden beispielsweise nur etwa sechs Prozent aller Geburten im Beisein von medizinischem Personal statt.

Doch es gibt noch einen anderen wichtigen Aspekt, der zu der hohen Müttersterblichkeit in Ostafrika beiträgt. Wie bereits berichtet erhöht weibliche Genitalverstümmelung die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt erheblich.

Der IRIN-Bericht zitiert eine 26-jährige Mutter von sechs Kindern, die ihr letztes Kind aufgrund wiederholter Komplikationen in einem Krankenhaus zu Welt brachte:

„ ‚Es ist die Beschneidung, die mich bis heute leiden lässt‘ sagt die Mutter von sechs Kindern, und bezieht sich auf weibliche Genitalverstümmelung, eine häufige Praxis, die das Risiko von Komplikationen während der Geburt erhöht.“

Quelle: IRIN

Article on FGM in Germany / Artikel über FGM in Deutschland

18 Aug

The German newspaper “Der Westen” has published an article on the situation of female migrants from countries in which female genital mutilation is practiced, and the continued threat of having to undergo this procedure for the daughters of these women.

According to the article, there are around 20.000 women and 5.000 girls from countries in which FGM is being practiced currently living in Germany.

You can read the article here (in German)

“Der Westen” hat einen Artikel über Migrantinnen in Deutschland veröffentlicht, die aus Ländern stammen, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird. Der Artikel verdeutlicht, wie viele junge Mädchen auch in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht sind.

Laut dem Artikel leben in Deutschland etwa 20 000 Frauen und 5 000 Mädchen aus rund 28 Ländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird.

Hier gibt es den ganzen Artikel.