Ägypten: Mädchen stirbt nach FGM – erstmals Prozess

10 Jun

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Trotz des seit 2008 geltenden Verbotes, Mädchen und Frauen genital zu verstümmeln, ist die Praxis in Ägypten immer noch weit verbreitet. Laut einer offiziellen Statistik 2008 sind 91 Prozent der Ägypterinnen davon betroffen. Ziel dieser vermeintlichen Tradition ist es Mädchen die sexuelle Lust zu nehmen und somit ihre Begierde zu zügeln. So wollte auch Mohammed al-Bataa seine 13-jährige Tochter Suhair, diesem grausamen Ritual unterziehen und brachte sie deshalb zum selben Arzt, der bereits seine ältere Tochter Amira genital verstümmelt hat. Im Gegensatz zu Amira, überlebte Suhair die Genitalverstümmelung nicht.

Sowohl ein septischer Schock, als auch Keime, die in die Wunde gelangen, oder aber auch eine Verblutung sind häufig die tödliche Folge dieser menschenrechtsverletzenden Praxis. Eigentlich wollte der Vater den Arzt aufgrund eines Behandlungsfehlers zur Verantwortung ziehen, war sich jedoch seiner eigenen Schuld nicht im Geringsten bewusst. Die Staatsanwaltschaft erhob zu Recht Anklage wegen des seit 2008 geltenden Verbots von FGM. Außerdem wurde nicht nur der Arzt angeklagt, auch der Vater wird zur Verantwortung gezogen. Am 19. Juni beginnt der Prozess gegen die beiden. Mit zwischen drei Monaten und zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe von 500 Euro könnten die Täter bestraft werden.

Ebenso wie die ägyptische Gynäkologin Randa Fakhr Eddin sehen wir diesen Prozess als wichtigen Fortschritt an. Tatsächlich ist dieser nämlich der erste Prozess, der wegen Genitalverstümmelung in Ägypten geführt wird. Dieser Fall zeigt wiederholt, wie wichtig die Sensibilisierungs- und Aufklärungarbeit zu diesem Thema ist!

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