„FGM ist Sünde und muss endlich aufhören!“ Father Peter Konteh, Priester und Präsident der Desert Flower Foundation, Sierra Leone.

8 Jul

Es war spät nachts, da stürmten mehrere Frauen unser Haus und verschleppten meine Schwester. Sie holten sie einfach aus ihrem Bett, hielten sie an Armen und Beinen fest. Am nächsten Morgen brachten die Frauen meine Schwester zurück. Sie wirkte leblos, gezeichnet von dem Horror, der ihr in dieser Nacht zugefügt worden ist. Sie wurde Opfer einer unglaublich brutalen weiblichen Genitalverstümmelung. Jahre später wurde meine Schwester eine der ersten Frauen, die gegen FGM in Sierra Leone aktiv aufgetreten sind.

Ich selbst wurde katholischer Priester und arbeitete in verschiedenen afrikanischen Ländern. Immer wieder wurde ich mit FGM konfrontiert. Vor einigen Jahren übertrug man mir die Leitung der Caritas in Sierra Leone, die Schulen, Spitäler und Gesundheitszentren in unserem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land errichtet und leitet. Und auch in diesem Job war ich täglich mit FGM konfrontiert, denn mehr als 94 % der Frauen sind in Sierra Leone davon betroffen.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Partner, mit dem ich gemeinsam gegen dieses Unrecht etwas unternehmen konnte. Eine Bekannte erzählte mir von der Desert Flower Foundation und der guten Arbeit, die diese leistete. Bei einer Europareise traf ich die Geschäftsführer und wir entwickelten ein gemeinsames Konzept.

In Sierra Leone leben 70 % der Menschen von weniger als 30 USD pro Monat. Mit diesem Betrag kann man kaum seine Kinder ernähren, geschweige denn zur Schule schicken oder einen Arztbesuch finanzieren. Das Desert Flower Foundation Projekt „Rette eine kleine Wüstenblume“, passte genau zu meinem Land. Paten aus der ganzen Welt unterstützen Mädchen in Afrika und deren Eltern müssen sich dazu verpflichten, ihre Töchter nicht beschneiden zu lassen. Wir beschlossen gemeinsam eine Desert Flower Foundation in Sierra Leone zu gründen, und möglichst viele Mädchen vor dieser grausamen Praxis zu retten.

Das Desert Flower Team kam nach Sierra Leone und wir organisierten Präsentationen im ganzen Land. Das Interesse der Menschen war enorm und es kamen viel mehr Menschen, als Patenschaftsverträge vorhanden waren. Schon in der ersten Woche wurden 250 Verträge mit Eltern abgeschlossen. Bis zum Jahresende sollen es 1000 Verträge werden, deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung.

Wir planen im nächsten Jahr das erste Desert Flower Center in unserem Land einzurichten, denn viele Frauen haben große gesundheitliche Probleme aufgrund der Verstümmelung. Bitte unterstützen Sie uns. Ich werde hier regelmäßig von unserer Arbeit berichten.

Gottes Segen!
Reverend Father Peter Konteh

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