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Safa, letter from our Little Desert Flower

5 Aug

Dear Waris, Desert Flower Team and all supporters,

I hope you are all doing well and the weather is not as hot in your country as it is here. Here in Djibouti we have 115 degrees Fahrenheit. That is too hot, even too hot for a nomad girl! I wish I could be in Europe now, just like last year. But Papa has to work and Mama took my two little brothers to visit some of our family in Ethiopia. My little brother Nour still got a bad cough so Ethiopia is much better for him because it ist not so hot there and also because there are woods and plenty of water.

Our school is closed because of holiday but I have to see a tutor twice a week because I need to improve my French. At home we speak Somali only but in school we are taught in French. Unfortunately, my parents cannot help me with my homework since they are not able to write or read French correctly.

I really love to go to school, I’m the best in math class and I always look forward to the next lesson!

Our teacher calls me regularly to show my skills on the Blackboard. I’m very good in sports too, I love soccer and I saw many matches of the soccer championship from Brazil on TV. Neymar is my hero and when I play I copy him. My best friends are Taslyma and Idil and they are crazy about soccer too. We have our own team, unfortunately we destroyed our shoes and dresses as we are playing on stony grounds.

Last week, I met Dr. Acina for the medical check, I admire her so much and my goal is to study medicine in Europe after school and then come back to Africa to help children. Children have a very tough life here and if you get sick and your parents have no money, nobody helps you!

I’m so glad and grateful for Waris and the Desert Flower Foundation’s support, to allow me to visit school and to secure food and water for our family. I’m glad she convinced my parents not to let me suffer FGM. This is the most terrible thing you can do to a girl. By chance I saw in Balbala how they destroyed a little girl. It was so cruel and since that time I suffer from nightmares. One day I will be a mother but I never will allow anybody to touch my children!

Now I have to leave because my French tutor is waiting but I will write my next letter when school starts.

Thank you for your support, you have saved my life!

Love and hugs to you all, from the heat in Djibouti!

Safa

Safa, Brief von unserer kleinen Wüstenblume

5 Aug

Liebe Waris, Desert Flower Team und alle UnterstützerInnen,

Ich hoffe es geht euch allen gut und es ist bei euch nicht so heiß wie hier in Djibouti. Heute hat es hier 46 Grad Hitze und das ist selbst für ein Nomadenkind zu heiß. Ich wäre jetzt viel lieber in Europa wie im vorigen Jahr, aber Papa muss arbeiten und meine Mutter ist mit meinen Brüdern zu Verwandten nach Äthiopien gefahren. Dort ist es nicht soo heiß. Mein kleiner Bruder Nour leidet noch immer an einem starken Husten und der wird bei dieser Hitze nicht besser. In Äthiopien ist das Klima für ihn viel besser, es gibt dort sogar Wälder und genügend Wasser.

Unsere Schule ist natürlich auch geschlossen. Wir haben jetzt wie die Kinder überall auf der Welt Ferien. Ich besuche zwei Mal pro Woche eine Nachhilfelehrerin, denn ich muss meine Französischkenntnisse verbessern.

Zu Hause sprechen wir ja nur Somali aber an der Schule wird nur Französisch unterrichtet. Meine Eltern können mir auch nicht bei den Hausarbeiten helfen, da sie nicht Französisch schreiben können.

Ich gehe sehr gerne zur Schule und in Mathematik bin ich sogar die Klassenbeste!

Ich darf immer an der Tafel für die anderen Kinder Rechenbeispiele zeigen. Im Sport bin ich ebenfalls sehr gut und am liebsten spiele ich Handball und Fußball. Ich habe auch viele Spiele der Fußball Weltmeisterschaft gesehen. Neymar ist mein Held und wenn ich spiele versuche ich ihn nachzumachen.

Meine beiden besten Freundinnen heißen Taslyma und Idil und sie sind auch verrückt nach Fußball. Wir haben ein eigenes Team. Leider sind unsere Sportschuhe schon komplett kaputt und unsere Sportkleider zerrissen. Wir spielen auf steinigem Boden und wenn man stürzt, leidet unsere Sportkleidung.

Letzte Woche war ich wieder bei Dr. Acina, die mich ja regelmäßig untersucht. Ich bewundere sie sehr und mein großes Ziel ist es nach der Schule in Europa Medizin zu studieren und dann als Kinderärztin in Afrika zu arbeiten. Den Kindern geht es hier wirklich schlecht und wenn du krank bist und kein Geld hast, hilft dir niemand.

Ich bin so froh und dankbar dass Waris und die Desert Flower Foundation meine Familie unterstützen und dass ich eine so gute Schule besuchen darf. Und ich bin heilfroh dass Waris meine Eltern überzeugt hat mich nicht beschneiden zu lassen, denn das ist das Schrecklichste, das man einem Mädchen antun kann. Ich habe selbst durch Zufall bei uns in Balbala gesehen wie Mädchen zerstört worden sind. Es war so grausam und ich habe schon oft davon geträumt. Man nennt das Albträume. Wenn ich einmal Kinder habe, werde ich das mit Sicherheit nicht mit ihnen machen lassen!

Jetzt muss ich aber zu meiner Französischnachhilfe gehen, werde euch aber zu Schulbeginn einen neuen Brief schreiben.

Danke für eure Unterstützung, Ihr habt mein Leben gerettet!

Ich liebe und umarme euch alle!

Safa