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Africa needs a new spirit – My speech in front of African presidents and politicians in Nairobi

23 Sep
Ladies and gentlemen,
I thank you for the opportunity to speak at this congress.
I am very proud to be on African soil.
Today, we have met here in Nairobi for a very special occasion:
African leaders decided to stop the cruel practice of female genital mutilation – FGM.
Kenya has taken a first step and will ratify the Maputo Protocol, a powerful instrument to abolish FGM.
I deeply welcome this decision as UN goodwill ambassador against FGM – and especially as a woman from Africa.
Kenya will join the list of countries that already banned FGM by law. I congratulate you for taking this step.
But still: It is only a first step. You all know that the situation for woman in Africa is simply unfair. According to the World Bank, woman in our countries produce more than 80 percent of the food, and do more than 90 percent of the work.
But still, in many African countries they are denied the right to own land.
And in total, they own less than five percent of the wealth. They are the ones that keep our societies going, that care for the food, the children and unity.
But our societies fail to recognise their rights.
In many African countries, a woman is worth nothing.
You can sell her.
You can buy her.
You can use her and you can disown her.
Most girls and women have no access to education.
Most girls and women have no access to the health service.
In sub-Saharan Africa, one woman out of 16 dies during pregnancy and giving birth.
This is not just a natural thing: In Europe, where there is good health service, it is only one out of almost 4.000.
FGM is one part of this situation – and it is the most disturbing and the horrendous part of it. FGM ruins the lives of the girls and women affected.
Many die from it, and the ones that survive suffer serious health problems
for the rest of their lives.
We are talking about more than 90 percent of the women in some African countries. The UN estimates that two million girls are mutilated every year in Africa. That means only today, 8.000 girls have to undergo this criminal act.8.000 tomorrow.
8.000 lives are ruined day by day.
Let me be very clear on this:
FGM is not a tradition.
FGM is not culture.
FGM has nothing to do with religion.
FGM is nothing but a crime.
This has to change. And the change is in our hands.
Leaders of Africa, where are you when your children are crying?
Leaders of Africa, where are you when your children are starving?
Leaders of Africa, where are you when your children are dying?
Today we take the first step for a new change. The Maputo protocol and a law are great first steps.
But they are not enough: Because as long as the mind of people does not change, nothing else will ever change. What we need is an intensive awareness campaigning.
Mama Africa you have given us so much wealth, so much natural richness and beauty.
Your strength and beauty stands until the test of time. They used you and misused you.
There is no place like you. I yawn for you and I belong to you
but Africa needs a new spirit.
I have a dream:
A dream of Africa where we do not fight and kill each other, but support each other in solidarity.
I have a dream of Africa where woman are treated as equals to men.
Where woman get the love and respect they deserve.
Leaders of Africa, this change is in your hands.
We are taking a first step for it today.
Thank you.
Please support Waris Dirie´s Desert Flower Foundation here.

Afrika braucht einen neuen „Spirit“ – Meine Rede vor afrikanischen Präsidenten und Politikern in Nairobi

23 Sep

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich danke Ihnen, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, eine Rede auf diesem Kongress zu halten. Es erfüllt mich mit großem Stolz hier auf afrikanischem Boden zu stehen.

Es ist ein ganz spezieller Anlass, der uns heute hier in Nairobi zusammen geführt hat:

Afrikanische Staatsmänner haben beschlossen, der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) ein Ende zu bereiten.
Kenia wagte den ersten Schritt und ratifizierte das Maputo Abkommen, ein wirksames Instrument zur Abschaffung von FGM.
Als UN-Sonderbotschafterin im Kampf gegen FGM – und ganz besonders als aus Afrika stammende Frau – begrüße ich diesen Schritt von ganzem Herzen.
Kenia wird nun in die Liste jener Länder aufgenommen, welche FGM gesetzlich verbieten. Ich gratuliere Ihnen zu diesem Schritt.

Trotzdem kann dies nur ein erster Schritt sein. Sie alle wissen, dass die derzeitige Lage in Afrika für Frauen schlichtweg ungerecht ist. Gemäß den Angaben der Weltbank produzieren die Frauen unserer Länder mehr als 80 Prozent der Nahrung und verrichten mehr als 90 Prozent der Arbeit.
In den meisten afrikanischen Ländern ist es Frauen jedoch nach wie vor verwehrt Land zu besitzen.

Insgesamt besitzen sie weniger als fünf Prozent des gesamten Vermögens. Sie sind es, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, die sich um Nahrung und die Kinder kümmern und die versuchen die gesellschaftliche Eintracht zu erhalten.

Doch unsere Gesellschaft verabsäumt es ihre Rechte anzuerkennen.
In vielen afrikanischen Ländern ist eine Frau nichts wert.
Man kann sie verkaufen oder kaufen.
Man kann sie ausnutzen oder sie verleugnen.
Die meisten Mädchen und Frauen haben keinen Zugang zu Bildung.
Die meisten Mädchen und Frauen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.
In Schwarzafrika stirbt eine von 16 Frauen während der Schwangerschaft oder der Geburt.

Das müsste aber nicht so sein: In Europe ist es aufgrund der guten medizinischen Versorgung nur eine von beinahe 4.000 Frauen.
FGM ist ein Teil dieses Problems – und es ist der schrecklichste und der am meisten beunruhigende Teil davon. FGM ruiniert das Leben der betroffenen Mädchen und Frauen.
Viele sterben daran, und diejenigen die es überleben, leiden lebenslang an ernsten gesundheitlichen Problemen.

In manchen afrikanischen Staaten sind mehr als 90 Prozent der Frauen betroffen. Laut Schätzungen der UNO werden jedes Jahr drei Millionen Mädchen in Afrika verstümmelt. Das bedeutet, dass allein am heutigen Tag 8.000 Mädchen Opfer dieses Verbrechens werden. Morgen werden es wieder 8.000 sein.
Tag für Tag werden 8.000 Leben zerstört.

Erlauben Sie mir an dieser Stelle sehr deutlich zu werden:
FGM ist keine Tradition.
FGM ist keine Kultur.
FGM hat nichts mit Religion zu tun.
FGM ist ein reines Verbrechen.

Das muss sich ändern. Und diese Veränderung liegt in unseren Händen.

Führer Afrikas, wo seid ihr, wenn eure Kinder weinen?
Führer Afrikas, wo seid ihr, wenn eure Kinder hungern?
Führer Afrikas, wo seid ihr, wenn eure Kinder sterben?

Heute wagen wir den ersten Schritt hin zu einer Veränderung. Das Maputo Abkommen und dieses Gesetz sind ein großartiger Anfang.

Diese Schritte sind jedoch nicht genug: Denn solange sich das Bewusstsein der Menschen nicht verändert, wird sich niemals etwas ändern. Was wir brauchen ist eine intensive Kampagne zur Bewusstseinsbildung.
Mama Afrika du hast uns soviel Reichtum, natürliche Fülle und Schönheit geschenkt.
Deine Stärke und Schönheit überdauerte die Zeit. Sie haben dich ausgenutzt und missbraucht.
Kein Platz der Erde ist so wie du. Ich sehne mich nach dir und ich bin ein Teil von dir.

AFRICA NEEDS A NEW SPIRIT!

ICH HABE EINEN TRAUM

Ich träume von einem Afrika, in welchem wir uns nicht mehr bekämpfen und töten, sondern uns gegenseitig helfen.
Ich träume von einem Afrika, in welchem Frauen gleichbehandelt werden wie Männer.
Wo Frauen mit der verdienten Liebe und dem angebrachten Respekt behandelt werden.

Führer Afrikas, diese Veränderung liegt in Ihren Händen.

Heute unternehmen wir einen ersten Schritt hin zu diesem Afrika.

Danke.

Bitte unterstützen Sie die von Waris Dirie gegründete Desert Flower Foundation hier!